201604.14
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Kein Nachbesichtigungsanspruch der gegnerischen Versicherung

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Bei einem Verkehrsunfall macht die gegnerische Versicherung die Schadensregulierung oftmals davon abhängig, dass sie das Fahrzeug nachbesichtigen kann. Es ist jedoch nicht ratsam diesem Begehren nachzugeben. Der Gutachter der gegnerischen Versicherung wird den Schaden zumeist deutlich niedriger kalkulieren, als dies zuvor der eigens beauftragte Gutachter getan hat.

Rechtlich gesehen besteht auch kein Nachbesichtigungsanspruch der gegnerischen Versicherung. Vielmehr gilt, dass sich der Geschädigte nach einem Verkehrsunfall auf die von einem privaten Sachverständigen vorgenommenen Feststellungen zur Schadenshöhe verlassen darf. Die Haftpflichtversicherung des Schädigers darf die Schadensregulierung daher auch nicht von einer Nachbesichtigung durch einen eigenen Gutachter abhängig machen. Dies hat das Landgericht Kleve in einem Urteil vom 29.12. 1998 (3 O 317/98), in Anlehnung an eine Entscheidung des BGH (BGH ZfS 1999, 239), auch eindeutig festgestellt.

Rechtsanwalt Dr. Leonard Kaiser