202203.27
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Die Freuden des Strafverteidigers

by in Blog

Es sind nicht immer nur die Freisprüche,  die einem Freude bereiten,  sondern selbst die Erinnerung an eine äußerst hart erkämpfte Bewährungsstrafe, kann einem noch Jahre später ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht zaubern.

Heute hat mich auf Fcebook ein Mandant angeschrieben, den ich vor 10 Jahren wegen einer Btm-Sache verteidigt hatte und hat mich zu einem Kaffee eingeladen.

In erster Instanz wurde er damals von dem Amtsgericht Ludwigshafen zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und einigen Monaten verurteilt. Ein Btm-Händler hatte den “31er gezogen”, sich also selbst eine niedrigere Strafe in seinem Verfahren verschafft, in dem er gegen meinen Mandanten “ausgepackt” hatte.

Bei dem Berufungsverfahren war es im Gerichtssaal während des Sommers furchtbar heiß und wir hatten so lange verhandelt, dass die Staatsanwaltschaft für das Plädoyer eine zweite Staatsanwältin geschickt hatte.

Nach einer intensive Befragung des 31er-Ziehers ergab sich, dass er zumindest bei einem Anklagepunkt in beiden Instanzen unterschiedliche Versionen präsentiert hatte. Das Gericht musste meinen Mandanten in diesem Punkt freisprechen und daher die Strafe auf 2 Jahre reduzieren. Obwohl die Staatsanwaltschaft Gefängnis gefordert hatte, bekam der Mandant Bewährung.

Die Staatsanwaltschaft ging hiergegen in Revision und es kam, was relativ selten ist, zur Hauptverhandlung vor dem Oberlandesgericht.  Die Staatsanwaltschaft verlor und der Mandant schreibt heute:

“Habe jetzt 2 kids, 1 Hund,  eine Frau, ein Haus und eine eigene Firma aufgebaut.Alles was man sich wünschen kann.

Gibt viele die sa Berufgen, sie ändern was und fallen doch zurück, aber ich nicht.

Und bin sehr froh, dass Sie mir geholfen haben damals.”


Manchmal ist es wirklich ein richtig schöner Beruf! 😉


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